Ein Haus voller Musik

Ein Haus, in dem man sich trifft, Unterricht nimmt und gemeinsam musiziert: Diese Idee stammt von einem Künstler unseres Netzwerks. Ein Flügel, Räume für Kammermusik, Menschen mit offenen Ohren. Und zwischen zwei Proben darf selbstverständlich auch Kaffee gekocht werden.

Ein solches Haus gibt es bei KLASSIK MIT PEP bisher nicht. Aber der Gedanke hat gute Verwandte: Bekannte Musiker haben Orte und Gelegenheiten geschaffen, an denen musikalischer Anspruch und Gemeinschaft zusammengehören.

Marlboro: gemeinsam leben, gemeinsam hören

1951 gründeten Rudolf Serkin, Adolf und Hermann Busch sowie Marcel, Blanche und Louis Moyse die Marlboro School of Music in Vermont. Junge Musiker und erfahrene Künstler sollten Zeit haben, Kammermusik gründlich zu erarbeiten. Proben, gemeinsame Mahlzeiten und persönliche Begegnungen gehörten zusammen. Hier richtet sich das Programm an hochbegabte junge Musiker und Profis; die Idee des gemeinsamen Lernens kann dennoch auch Laien inspirieren. Die Geschichte von Marlboro und das Archiv zu Adolf Busch beschreiben die Anfänge.

Eine besonders schöne Öffnung gab es bei Beethovens Chorfantasie: Seit 1957 wurde sie zum Saisonabschluss aufgeführt, mit Serkin am Klavier und einem Chor, zu dem auch Menschen aus dem Ort und Angehörige der Teilnehmer stoßen konnten – ohne Vorsingen. Große Künstler auf der Bühne, Nachbarn im Chor: Gemeinschaft wurde hörbar. Marlboro berichtet über diese Tradition.

Britten: Profis und Laien in einem Werk

Benjamin Brittens 1958 uraufgeführte Oper Noye’s Fludde war bewusst für unterschiedliche Fähigkeiten gedacht: professionelle Musiker, Laien und besonders Kinder wirkten zusammen; auch das Publikum sang Choräle mit. Die Aufgabe sollte herausfordern und zugleich erreichbar bleiben. Für die erste Produktion kamen Kinder aus Schulen in Suffolk zusammen. Britten Pears Arts erläutert das Gemeinschaftsprojekt.

Das ist eine anregende Antwort auf die Vorstellung, hohe Qualität und Beteiligung vieler Menschen passten nicht zusammen. Man braucht passende Aufgaben und Menschen, die einander zuhören.

Pau Casals: vom Zuhören zum Mitmachen

Der Cellist Pau Casals initiierte in Barcelona die Associació Obrera de Concerts, damit auch arbeitende Menschen Zugang zu erstklassiger Musik erhielten. Die Vereinigung wurde von ihren Mitgliedern selbst geleitet. 1932 entstand daraus ein eigenes Orchester, das Institut Orquestral, unter Joan Pich Santasusana. Aus dem Zugang zum Konzert wurde auch eigenes gemeinsames Musizieren. Die Fundació Pau Casals dokumentiert diese Entwicklung.

Begegnung beginnt mit Zuhören

Über das Musizieren in Kreisau (Krzyżowa), dem Ort des Kammermusikfestivals Krzyżowa-Music, sagte Alfred Brendel:

„Nichts könnte passender sein, als an diesem besonderen Ort zu musizieren. Jede erfolgreiche Begegnung erfordert ja, nach Freya von Moltke, die Bereitschaft, einander aufmerksam zuzuhören“

Alfred Brendel, Pianist
Quelle: Krzyżowa-Music

Unser Wunsch: ein Ort für deine Musik

Ein Sommerfestival, eine Gemeinschaftsoper und eine Konzertvereinigung sind unterschiedliche Modelle. Uns gefällt daran derselbe Gedanke: Musik gewinnt, wenn Menschen ihre Erfahrung, Zeit und Begeisterung teilen.

Unser Wunsch ist ein Haus für ambitionierte Hobbymusiker und Künstler: Unterricht, Kammermusik, gegenseitige Unterrichtsbesuche und Raum zum Ausprobieren. Bis dahin beginnt die Begegnung mit einer Nachricht. Vielleicht möchtest du an einer Sonate arbeiten, suchst Mitspieler oder hast selbst eine Idee für einen solchen Ort.

Erzähl uns von deinem musikalischen Wunsch.